First Look auf Halo 5: Guardians Ego-Shooter für Xbox One von Microsoft
First Look auf Halo 5: Guardians | Ego-Shooter | Xbox One
Wächter des Universums
11.07.2014, 15:51 Uhr | Sönke Siemens (jr / ams), Medienagentur plassma

Halo 5: Guardians (Quelle: Microsoft)
Das weltweit wohl am meisten erwartete Xbox One-Spiel hat Microsoft auf der Spiele-Messe E3 in Los Angeles leider nur in Form zahlreicher Fragmente gezeigt. Wer jedoch genau hinsah, konnte Erstaunliches entdecken. Wir fügen alle Informationshappen zusammen und skizzieren ein erstes Bild, wie der fünfte Teil der extrem beliebten Ego-Shooter-Serie, der wie der Vorgänger wieder bei 343 Industries entsteht, wirklich gestrickt sein könnte.
Neuer Held im Angebot?
Geheimer Star der Show war eindeutig der neue, in einem knapp zweiminütigen CGI-Trailer gezeigte Spartan-Soldat mit blau leuchtendem Helmvisir. Man sieht, wie er – an einem Computerterminal stehend – auf Videoaufzeichnungen der heldenhaften Taten des Master Chiefs zurückblickt. Eine davon zeigt eine Szene aus dem Xbox-Klassiker Halo 2: Im Alleingang reißt der Master Chief ein gigantisches Schlachtschiff der Alienrasse Covenant mit einer manuell platzierten Bombe in Millionen Stücke. Danach erfasst den Chief die Druckwelle der Explosion, und er schwebt regungslos durchs All. Kommentiert wird die unvergessene Heldentat von keinem Geringeren als dem Gebieter, einem mächtigen Außerirdischen, der in Teil 2 Seite an Seite mit dem Master Chief kämpfte. Wichtigstes Zitat aus seinem Mund: „Ich sage dir das nicht, weil ich dir vertraue, Agent Locke, sondern weil all unsere Leben auf dem Spiel stehen.“
Licht ins Dunkel
Womit wir auch schon bei der größten Neuerung von Halo 5 wären. Denn kurz nach der Veröffentlichung des Trailers bestätigte Microsoft eben diesen Agent Locke als komplett neuen Charakter. Sogar auf der offiziellen Verpackung des Spiels ist er zu sehen! Hat der Master Chief damit ausgedient? Wohl kaum, schließlich thront er ebenfalls auf dem Spiele-Cover – jedoch auf dem Kopf stehend an weniger prominenter Stelle. Die Vermutung liegt also nahe, dass er ebenfalls als spielbare Figur antritt. Zumindest über einen oder mehrere Levels hinweg. Vielleicht ist die Gameplay-Struktur sogar eine ganz ähnliche wie in Halo 2, wo man zwischendrin immer wieder in die Rolle eines anderen Protagonisten schlüpft – genauer gesagt: in die des eingangs erwähnten Gebieters.
Fragen über Fragen
Und sollte dem tatsächlich so sein, folgt daraus eine weitere, essenzielle Frage: Muss Agent Locke den Chief lediglich finden, weil er seine Unterstützung braucht? Oder soll er ihn zur Strecke bringen, weil er zu einer nicht kalkulierbaren Bedrohung geworden ist? Zumindest der auf der E3 gezeigte Trailer sowie der Untertitel „Guardians“ – auf Deutsch: Wächter – legen Ersteres nahe. Schließlich ist dort von einer ultimativen Bedrohung die Rede. Hinzu kommt: Sollten Agent Locke und der Master Chief wirklich zusammenarbeiten, würde dies einer kooperativ spielbaren Story-Kampagne sehr entgegen kommen – etwas, das nicht nur voll im Trend liegt, sondern streng genommen als ungeschriebenes Gesetz der Serie gilt. So oder so: Die Einführung eines neuen Helden verleiht dem Projekt Halo 5 ganz neue Dimensionen, macht unglaublich neugierig und lässt jede Menge Emotionen aufkeimen. Die Reise in neue Welten beginnt im Herbst 2015.
Die Vorgeschichte in Full-HD-Auflösung
Bis es allerdings soweit ist, lassen Publisher Microsoft und Entwickler 343 Industries die Halo-Fangemeinde nicht im Stich. Im Gegenteil: Mit „Halo: The Master Chief Collection“ kündigen sie eine Spiele-Sammlung an, die es in sich hat. Auf einer Blu-ray-Disk werden „Halo: Kampf um die Zukunft“ (2001), „Halo 2“ (2004), „Halo 3“ (2007) und „Halo 4“ vereint. Dabei handelt es sich um mit viel Aufwand aufgemotzte HD-Versionen. Im Falle der ersten beiden Teile darf man sogar auf Kopfdruck zwischen dem Xbox-1-Original und der HD-Variante für Xbox One hin- und herschalten.
Jede Menge Halo-Stoff
Wie gravierend der optische Unterschied dann ausfällt, hat Microsoft bereits 2011 eindrucksvoll mit der „Halo: Anniversary Edition“ für Xbox 360 bewiesen. Statt Charaktermodelle und Texturen lediglich hochzurechnen, wurden sie komplett neu entworfen. Gleiches gilt für den Sound, den man gänzlich neu abmischte. Für die Master Chief Collection legt man sogar noch eine Schippe drauf und verspricht 1080p-Auflösung und 60 Bilder pro Sekunde für alle vier Titel. Ferner eine gemeinsame, „Master Menü“ genannte Benutzeroberfläche, von der aus sich alle Modi der einzelnen Games kinderleicht starten lassen. Macht in der Summe über 50 Stunden Kampagnen-Gameplay, 4000 abzugreifende Gamerscore-Punkte und über 100 Mehrspieler-Karten.
Einstimmung auf Halo 5
Um den Verkauf als Vollpreis-Titel zu rechtfertigen, legt man aber noch weitere Goodies in die Waagschale. Den Anfang machen die Zwischensequenzen aus Halo 2, welches im November seinen zehnten Geburtstag feiert. Sämtliche Cutscenes im Spiel erhalten eine Frischzellenkur von der Spezialeffekt-Schmiede Blur Studios – die sich darüber hinaus für einen zusätzlich Pro- und Epilog verantwortlich zeichnet. Letztere Passagen sollen Spieler auf die Ereignisse in Halo 5 einstimmen. Apropos einstimmen: Alle Käufer der Master Chief Collection erhalten automatisch Zugang zur im Dezember 2014 startenden Online-Mehrspieler-Beta von Halo 5. Außerdem dürfen alle „Collection?-Besitzer sämtliche Folgen der „Halo: Nightfall“ getauften Digital-Serie von Star-Regisseur Sergio Mimica-Gezzan („Heroes“, „Battlestar Galactica“) und Produzent Ridley Scott („Alien“) kostenlos abrufen. Laut Microsoft erscheint diese wöchentlich und rückt einen neuen Charakter in den Mittelpunkt – wobei es sich ziemlich sicher um Agent Locke aus dem Halo 5-Trailer handelt.
Was uns gefällt
343 Industries möchte keinen Schnellschuss riskieren. Gut so, denn wenn „Halo 5: Guardians“ im Herbst 2015 erscheint, hatte der Entwickler über drei Jahre Zeit, das Projekt abzuschließen und die Spieler darauf einzustimmen. Die Art und Weise wie man dies tut – Stichwort „Master Chief Collection“ und „Halo: Nightfall“ – ist mehr als lobenswert und lässt Großes erwarten. Ganz besonders gespannt sind wir selbstredend auf die Halo 5-Multiplayer-Beta, für die Microsoft bereits dedizierte Server, 60 Bilder pro Sekunde und komplett neue Spartan-Fähigkeiten bestätigt hat.
Was uns nicht gefällt
Im Bezug auf „Halo 5: Guardians“ ist die Informationslage einfach noch zu karg, als dass es Sinn machen würde, einzelne Features kritisch zu beäugen. Anders bei der Master Chief Collection. Hier missfällt, dass sich Microsoft nicht dazu entschloss, wirklich alle Ego-Shooter mit dem Namen „Halo“ in einer Box zu vereinen. Wo bleibt „Halo: ODST“? Und wo „Halo: Reach“? Beide Titel sind auf ihre Weise wichtig, um das „Halo“-Universum und die Rolle von Spartan John-117 in seiner Gänze zu verstehen. Auch wenn der Master Chief in beiden Teilen nicht als spielbarer Held vorkommt.
Fazit
Obwohl „Halo 5: Guardians“ streng genommen noch wie ein Buch mit sieben Siegeln anmutet, hat Teil fünf gigantisches Potenzial. Ein neuer Held, dem Microsoft scheinbar sogar eine eigene TV-Serie widmet; eine neue, auf 60 Bilder pro Sekunde getrimmte Grafik-Engine und eine vielschichtige Hintergrundstory – wenn das mal nicht beste Voraussetzungen für einen weiteren Millionen-Seller sind.
Titel: Halo 5 – Guardians
Genre: Ego-Shooter
Publisher: Microsoft
Hersteller: 343 Industries
Release: Herbst 2015
Preis: Noch nicht bekannt
System: Xbox One
USK-Freigabe: Noch nicht bekannt
Eindruck: Noch nicht beurteilbar
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