Falsche Microsoft-Anrufer drängen zum Download
Falsche Windows-Techniker
Microsoft und Polizei warnen vor betrügerischen Anrufen
11.02.2014, 13:13 Uhr | t-online.de

Betrüger geben sich als Microsoft-Mitarbeiter aus. (Quelle: Symbolbild INSADCO/imago)
Deutschlandweit rufen unbekannte Betrüger, die sich als Mitarbeiter des Microsoft Supports ausgeben, wahllos Haushalte an und verlangen, dass auf dem Computer des Angerufenen dringend eine Sicherheitssoftware installiert werden müsse. Dies ist ein Trick, um ihren Opfern Geld abzuknöpfen.
Die Polizei verzeichnet in den letzten Wochen einen drastischen Anstieg entsprechender Betrugsanzeigen. Die Opfer berichten jeweils vom Anruf eines vermeintlichen Microsoft-Technikers, der eine Wartung des Windows-PC via Fernzugriff verspricht.
Der meist englischsprachige Anrufer behaupte, einen schweren Virenbefall des Computers des Angerufenen, abgelaufene Lizenzen oder fehlende Sicherheitsprogramme festgestellt zu haben. Doch der Angerufene hofft nicht nur vergeblich auf Hilfe, sondern wird gleich mehrfach betrogen.
Fernwartungs-Software und Geldforderung
Die Masche ist immer dieselbe: Der Betrüger fordert den Angerufenen auf, eine Fernwartungs-Software wie zum Beispiel Ammyy, TeamViewer oder ShowMyPC zu installieren, damit der falsche Techniker einen Fernwartungszugang zum PC erlangen und diesen dann angeblich reparieren kann. Antivirenprogramme reagieren nicht auf diese Art von legaler Software.
Für diese Dienstleistung wird im gleichen Gespräch auch die Zahlung einer Servicepauschale eingefordert. Meist werden auch gleich die Kreditkartendaten verlangt oder die Zahlung mittels Geldtransferdiensten gefordert.
Software dient der Spionage
Wenn der Angerufene die Software wie gefordert installiert und dem Betrüger den Zugang gewährt, kann dieser den Computer fernsteuern, also auch Dateien austauschen, weitere Programme aus der Ferne installieren und so Spionagesoftware oder anderen Schadcode einschleusen. Die Behörden gehen davon aus, dass die Angreifer über die Software nach wertvollen Daten suchen, etwa Zugangsdaten zum Online-Banking und Passwörter für E-Mail-Konten.
Die Polizei warnt eindringlich:
- Sollten Sie solche Anrufe erhalten, notieren Sie, soweit im Display des Telefons zu sehen, die angezeigten Rufnummern. Eventuell ist im Display eine ausländische Rufnummer zu erkennen, die zum Beispiel mit 0015 oder 0016 beginnt.
- Gehen Sie nicht auf die Forderungen der Anrufer ein, sondern beenden Sie das Gespräch.
- Führen Sie keine Installation von Software durch, zu der Sie am Telefon aufgefordert werden. Folgen Sie auch keinen Links, die Ihnen genannt werden.
- Tätigen Sie keine Zahlungen (zum Beispiel durch Herausgabe von Kreditkartendaten)
- Unterbrechen Sie im Notfall die Internetverbindung zum Computer.
- Zeigen Sie den Vorfall bei Ihrer nächsten Polizeidienststelle an.
Microsoft kontaktiert Nutzer nicht ungefragt
Microsoft hat ebenfalls eine Warnung ausgesprochen und empfiehlt Betroffenen, sofort Betrugsanzeige bei der Polizei zu stellen. Der Software-Konzern rät, keine Daten am Telefon herauszugeben, sondern direkt wieder aufzulegen.
Telefonanrufe von angeblichen Technikern des Microsoft-Support-Teams verunsichern schon seit einigen Jahren die Windows-Nutzer in Deutschland. Tatsächlich unternimmt Microsoft keine unaufgeforderten Anrufe, in denen das Unternehmen persönliche Daten abfragt oder anbietet, einen Rechner zu reparieren.
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11.02.2014, 13:13 Uhr | t-online.de
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